Brückenbau

Brücken sind ein elementarer Bestandteil des Straßen­verkehrsnetzes. Sie dienen der Überwindung von landschaftlichen Hindernissen wie zum Beispiel, Flüssen, Seen oder Tälern, oder bieten als Kreuzungsbauwerk eine leistungsfähige, konfliktarme und verkehrs­sichere Knotenpunktslösung. Als Wild­brücken wirken sie einer Zerschneidung von Natur- und Lebensräumen entgegen und leisten damit einen ökologisch wert­vollen Anteil innerhalb der Verkehrs­infrastruktur.

Neben Brücken gibt es noch eine Reihe weiterer Ingenieur­bauwerke wie zum Beispiel Lärm- und Kollisions­schutz­wände, Verkehrs­zeichen­brücken, Stütz­bauwerke. Der Erhalt aller Bauwerke an Bundesfern- und Landes­straßen ist eine der wichtigen Aufgaben der Straßen­bauverwaltung. Im Verantwortungs­bereich der Straßen­bauverwaltung Mecklenburg-Vorpommern befinden sich derzeit 1.023 Brücken und 272 sonstige Ingenieurbauwerke. Eine Brücke besteht u.U. aus mehreren Teilbauwerken. Dies ist insbesondere bei Brücken im Zuge der Autobahnen der Fall. Hier ergibt sich je Richtungs­fahrbahn ein sogenanntes Teilbauwerk (ein Bauwerk = zwei Teilbauwerke).

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Alte Brücke

Alte Brücke

Alte Brücke

Ausgehend von dieser Definition befinden sich 1.260 Teil­bauwerke in der Zuständig­keit der Straßen­bauverwaltung.

Etwa 75 Prozent der in den Autobahnen, Bundes- und Landes­straßen befindlichen Bauwerke in MV wurde nach 1990 errichtet.

Die ältesten Brücken im Zuständig­keits­bereich der Straßen­bau­verwaltung Mecklenburg-Vorpommern sind aus dem 19. Jahrhundert. Hierbei handelt es sich um Naturstein- bzw. Mauerwerks­brücken.

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Strelasundbrücke

Strelasundbrücke

Strelasundbrücke

Die größte Brücke im Bereich der Straßen­bauverwaltung Mecklenburg-Vorpommern ist die Strelasund­brücke (2. Strelasund­querung) mit einer Gesamtl&aum­l;nge von 2.830,30 m. Sie verbindet die Insel Rügen mit dem Festland (Stralsund). Die Höhe des Pylon beträgt 127,75 m.

Zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung werden die Bauwerke einer regelmäßigen Bauwerksprüfung unterzogen, die in der DIN 1076 geregelt ist. Eine Betrachtung des Bauwerks­zustandes zeigt, dass sich der überwiegende Teil der Bauwerke in einem guten bzw. befriedigenden Zustand befindet.

Die deutliche Zunahme des Schwer­verkehrs hat praktisch eine Umnutzung der älteren Bauwerke zur Folge. Fahrzeug­anzahl und Gewichte liegen zum Teil deutlich über den damaligen Berechnungs­annahmen. Betroffen sind hier insbesondere Bauwerke, die bis 1990 errichtet wurden.

Vor diesem Hintergrund erfolgte in den letzten Jahren für eine Reihe von Bauwerken eine statische Nachrechnung. Im Ergebnis der Nachrechnung mussten für einzelne Brücken­bauwerke verkehrs­beschränkende Maßnahmen zur Wahrung der Standsicherheit und Verkehrs­sicherheit ergriffen werden. Dies betrifft insbesondere die Brücke über den Petersdorfer See im Zuge der A 19, die Hochbrücke in Wismar und die Bahnbrücke in Waren.

Bauwerksprüfung

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Arbeiten an der Strelasundbruecke

Arbeiten an der Strelasundbruecke

Arbeiten an der Strelasundbruecke

Bei der Bauwerksprüfung wird zwischen einer Hauptprüfung, Einfachen Prüfung und einer Sonderprüfung unterschieden. Die Hauptprüfung (handnahe Prüfung aller wesentlichen Bauteile) erfolgt alle sechs Jahre. Zwischen den Hauptprüfungen finden die Einfachen Prüfungen (im Wesentlichen Sichtprüfungen) ebenfalls im Abstand von sechs Jahren, statt. Sonderprüfungen sind Prüfungen aus besonderem Anlass, z.B. nach einem Fahrzeuganprall. Darüber hinaus erfolgen jährlich eine Besichtigung sowie laufende Beobachtungen (mindestens zweimal jährlich).

Bei der Hauptprüfung werden alle Bauwerksteile handnah geprüft. Für alle schwer zugänglichen Teile kommt entsprechende Besichtigungs­technik zum Einsatz, z.B. Hubsteiger, Untersichtgeräte oder Rüstungen. Insbesondere die Brückenlager und Fahrbahnübergänge bedürfen einer genauen Kontrolle. Die Prüfung erfolgt unter Einsatz technischer Hilfsmittel für zerstörungsfreie Materialuntersuchungen und bei Notwendigkeit auch zerstörender Prüfung (z.B. zum Zwecke des Endoskopierens sowie der Entnahme von Bohrkernen für Gefüge- und Festigkeitsuntersuchungen u.a.).

Bauwerksmanagement

Um auch zukünftig eine anforderungs­gerechte Verkehrs­infrastruktur zu gewährleisten, werden alle Brücken­bauwerke einer Bauwerks­priorisierung unterzogen. Das Ziel dieser Priorisierung ist es, alle Brücken­bauwerke im landesweiten Netz der Bundesfern- und Landes­straßen nach einheitlichen Kriterien zu bewerten und entsprechend ihres baulichen Zustandes und ihrer Verkehrs­bedeutung zu ordnen. Die Bauwerks­priorisierung dient als Entscheidungs­hilfe für die Festlegung von Dring­lichkeiten in der Bauwerks­erhaltung.

Die Priorisierungs­berechnung umfasst alle unter Verkehr liegenden Brücken­bauwerke in Mecklenburg-Vorpommern. Bei der Ermittlung der Priorität werden bauwerks­bezogene Daten (Bauwerkszustand, Tragfähigkeit, Entwurfskriterien, Restnutzungs­dauer und die Ergebnisse der Nachrechnung) sowie streckenbezogene Daten (Verkehrsbelastung, Anzahl des täglichen Schwerverkehrs sowie Bedeutung der Straße im Streckennetz) herangezogen.